Bewertung des Betriebsvermögens für die Erbschaftssteuer / Schenkungssteuer

Betriebsvermögen

Die Übertragung von Landwirtschaftlichen Betrieben, Gewerbebetrieben und Freiberufler-Praxen wird besonders begünstigt. Damit will der Gesetzgeber vermeiden, dass wichtiges Investitionskapital in den Betrieben verbleibt und Arbeitsplätze nicht gefährdet werden.

Verschonungsabschlag und Abzugsbetrag bei der Bewertung des Betriebsvermögens

Der Gesetzgeber stellt für die Bewertung zwecks der Ermittlung der Grundlage für die Erbschaftsbesteuerung zwei Alternativen zur Verfügung. Beide sind an einer bestimmten Zeitspanne gekoppelt , in der ein Betrieb vom Erben oder Beschenkten nicht verkauft werden darf. Die weitestgehende Entlastung wird bei einer siebenjährigen Behaltensfrist gewährt: bei Einhaltung weiterer Voraussetzungen beträgt die Steuerbelastung Null Euro!

Regelfall: Betrieb muss fünf Jahre behalten werden

Hiernach sind 85 % des Wertes des Betriebsvermögens von der Erbschaftsteuer befreit (Verschonungsabschlag). Hauptzweck dieser Befreiung ist die Fortführung eines Betriebes im Hinblick auf die dort Beschäftigten. Neben der Behaltensfrist ist auch der Beschäftigtenstand in etwa zu halten. So muss die Summe der gezahlten Bruttolöhne innerhalb des 5-Jahreszeitraum das Vierfache der Summe des Letzten Jahres vor dem Erbfall betragen. Allerdings wird diese Berechnung nur angestellt, wenn der Betrieb bei Erbanfall oder Schenkung mehr als 20 Beschäftigten hatte.

Die Befreiung entfällt, wenn während der Haltedauer von fünf Jahren der Betrieb verkauft wird, bei Teilverkäufen entfällt die Befreiung anteilig.

Option: Haltedauer von mindestens 7 Jahren

Der Erwerber kann alternativ für sieben Jahre optieren und muss dann statt des Vierfachen der Ausgangsjahreslohnsumme 700% dieser Summe in der 7-jahres Periode erreichen. Dadurch erhöht sich der Verschonungsabschlag von 85 % auf 100 % des erworbenen betrieblichen Vermögens.

Steuertipp: Bewertung von Betriebsvermögen bei der Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer Begünstigtes Vermögen

Das begünstigte betriebliche Vermögen darf nicht zu mehr als 50 %, im Falle der Option für eine siebenjährige Behaltensfrist nicht zu mehr als 10 % aus Verwaltungsvermögen bestehen. Unter Verwaltungsvermögen sind Gegenstände zu verstehen, die nicht dem betrieblichen Zweck dienen. Die Einführung des Verwaltungsvermögen sollte verhindern, dass Privatvermögen im großen Stil zu Betriebsvermögen umdeklariert wird. Der Gesetzgeber hat dieses Ziel nur unvollständig erreicht.

Abzugsbetrag

Im Fall der fünfjährigen Haltensfrist werden 15 % des betrieblichen Vermögens der Erbschaftsteuer unterworfen. Liegt dieser Wert aber nicht über 150.000 €, so bleibt auch er unversteuert (sogenannter Abzugsbetrag). Der Abzugsbetrag baut sich gleitend ab, wenn der zu versteuernde Betrag 150.000 € übersteigt. Ab einem Betrag von 450.000 € entfällt der Abzugsbetrag vollständig.

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