Finanzdienstleister bilanzieren nach RechKredV, Dadurch wird die E-Bilanz schwieriger

E-Bilanz für Finanzdienstleistungsinstitute

E-Bilanz: Elektronische Übermittlung des Jahresabschlusses

Zukünftig müssen Jahresabschlüsse elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt werden (Stichwort E-Bilanz). Alle bilanzierenden Unternehmen – unabhängig von Rechtsform und Größe – sind davon betroffen. Für Finanzdienstleistungsinstitute kommt erschwerend hinzu, dass diese ein eigenes Bilanz- und GuV-Schema haben, das nur von relativ wenigen Unternehmen verwendet wird. Entsprechend schwach ist die Unterstützung der Softwareanbieter. Auch DATEV bietet nur eine relativ spärliche Hilfe an. Umso mehr ist Expertise gefragt, damit die Erstellung der E-Bilanz für Sie nicht zum unkalkulierbaren Kostenrisiko wird.

Finanzdienstleister bilanzieren nach RechKredV, Dadurch wird die E-Bilanz schwierigerJahresabschlüsse ab 2013 müssen elektronisch übermittelt werden

Formal gültig ist die E-Bilanz für Jahresabschlüsse, die nach dem 31.12.2011 beginnen. Daher wären bereits alle Jahresabschlüsse für 2012 elektronisch einzureichen gewesen. Allerdings hat das Bundesfinanzministerium eine Übergangsregelung erlassen. Eine Einreichung einer Papier-Bilanz für 2012 wird daher nicht beanstandet. Spätestens für abweichende Wirtschaftsjahre (z.B. September 2012 bis August 2013) und zwingend für alle Jahresabschlüsse für das Jahr 2013 ist eine E-Bilanz an das Finanzamt zu senden.

Festgelegtes Format für die E-Bilanz (XBRL)

Mit E-Bilanz ist nicht etwa die Übersendung einer PDF-Version an das Finanzamt gemeint. Vielmehr wurde ein ziemlich komplexer technischer Rahmen entwickelt, der universell maschinell lesbar und maschinell verarbeitbar ist. Die elektronische Übermittlung der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung  erfolgt auf Basis des XBRL-Standards. XBRL ist ein weltweit anerkanntes Format, das auf der Extended Mark-Up Language (XML) basiert. Bei der Veröffentlichung von Jahresabschlüssen im elektronischen Bundesanzeiger (EHUG) kommt dieser Standard bereits heute zum Einsatz. Leider ist das Informationsinteresse des Finanzamtes wesentlich tiefer. Entsprechend umfangreicher sind die Definitionen und Zuordnungen (Taxanomien).

Für die Übermittlung existieren seitens der Finanzverwaltung Vorgaben über Aufbau des Jahresabschlusses sowie zu den Mindestpositionen (Muss-Felder), die übermittelt werden müssen. Die E-Bilanz verändert nicht nur die Art und Weise der Übermittlung, sondern die vorgeschriebene Gliederungstiefe, die weit über den handelsrechtlichen Abschluss hinausgeht, hat auch Auswirkungen auf das bisherige Buchungsverhalten.

E-Bilanz für Finanzdienstleister bringt zusätzliche Probleme für die Erstellung des Jahresabschlusses

Stellt die Buchführung und Bilanzierung für Finanzdienstleistungsinstitute bereits heute eine große Herausforderung dar, die viele Steuerberater und nicht wenige Wirtschaftsprüfer überfordert, potenzieren sich die Probleme mit der Notwendigkeit eine E-Bilanz an das Finanzamt senden zu müssen.
Finanzdienstleister bilanzieren nach RechKredV, Dadurch wird die E-Bilanz schwieriger

Wie funktioniert die Erstellung einer E-Bilanz für Finanzdienstleister?

Grundlage ist die Erstellung einer Handelsbilanz nach RechKredV. Hier werden die Konten entsprechend dem Gliederungsschema für die Bilanz und GuV nach RechKredV zugeordnet. Diese Arbeit übernimmt meist eine sogenannte Zuordnungstabelle. Wegen der geringen Nachfrage gibt es solche Zuordnungstabellen nicht mit dem aktuellen Zusatz E-Bilanz. Die Zuordnungstabelle müsste manuell mit sehr hohem Aufwand an die Erfordernisse der E-Bilanz angepasst werden. Außerdem müsste diese jährlich angepasst werden. Weil die Mehrzahl der Steuerberater, die Finanzdienstleister betreuen nur ein Mandat hat, lohnt sich ein solcher Aufwand nicht.

Daher bleibt nur die manuelle Nacharbeit übrig. Nachdem der Abschluss erstellt ist, müssen die einzelnen Posten manuell im Gliederungsschema den zutreffenden Positionen zugeordnet werden. Hier besteht ein nicht zu unterschätzendes Fehlerpotenzial.

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