Einreichung und Offenlegung des Jahresabschlusses

Offenlegung im elektronischen Bundesanzeiger

Nach § 325 Abs. 1 HGB muss der Jahresabschluss elektronisch im Bundesanzeiger eingereicht werden. Dies muss spätestens vor Ablauf von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag erfolgen. Bei mit dem Kalenderjahr übereinstimmendem Geschäftsjahr also jeweils bis zum 31.12. des Folgejahres. Einzureichen sind Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Anlageverzeichnis, Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers und Lagebericht. Also das gesamte „Testatexemplar“.

Strafe bzw. Bußgeld

Kommt man dieser Pflicht nicht nach, wird eine Nachfrist von 6 Wochen gesetzt und ein Ordnungsgeld von mindestens 2.500 Euro und bis zu 25.000 Euro zzgl. der Kosten des Verfahrens angedroht. Holt man die Offenlegung innerhalb der Nachfrist nach, bleiben die Kosten des Verfahrens dennoch zu zahlen.

Bilanz Jahresabschluss GuV Anhang LageberichtEinreichung bei BaFin und Bundesbank

Nach § 26 Abs. 1 KWG ist der vom Finanzdienstleistungsinstitut oder dessen Steuerberater aufgestellte, aber noch nicht geprüfte Jahresabschluss und Lagebericht bei der BaFin und der Deutschen Bundesbank einzureichen. Dies muss vor der Jahresabschlussprüfung, spätestens aber vor Ablauf von 3 Monaten nach dem Bilanzstichtag erfolgen. Bei mit dem Kalenderjahr übereinstimmendem Geschäftsjahr also jeweils bis zum 31.03. des Folgejahres.

Änderungen durch Prüfung

Wenn im Rahmen der Prüfung noch kleinere Korrekturen vorgenommen werden, schadet das nicht. Sind aber die Änderungen so umfassend, dass ein völlig anderes Bild entsteht, wird die Aufsicht berechtigte Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der Jahresabschlusserstellung äußern.

Festgestellter Jahresabschluss

Nach § 26 Abs. 1 KWG ist nicht nur der aufgestellte, sondern auch der festgestellte Jahresabschluss bei der BaFin und der Deutschen Bundesbank einzureichen. Die Feststellung erfolgt nach der Abschlussprüfung. Da der geprüfte Jahresabschluss bereits vom Wirtschaftsprüfer mit dem Prüfungsbericht eingereicht wird, genügt es der Aufsicht in der Praxis, wenn der Beschluss über die Feststellung unverzüglich nach der ordentlichen Gesellschafterversammlung bzw. Hauptversammlung nachgereicht wird.

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