Honoraranlageberatungsgesetz ab 01.08.2014

Der Honoraranlageberater …

… ist eine durch das Honoraranlageberatungsgesetz neu geschaffene Berufsbezeichnung, die durch das Gesetz geschützt ist. Diesen Titel darf man nur führen, wenn man die dafür geltenden gesetzlichen Vorschriften einhält.

Zulassung zum Honoraranlageberater

Ohne BaFin-Zulassung benötigt man dafür eine Erlaubnis nach § 34h GewO. Dagegen benötigen nach § 32 KWG zugelassene Finanzdienstleistungsinstitute keine gesonderte Zulassung. Sie müssten nur noch höhere Wohlverhaltenspflichten und noch strengere organisatorische Anforderungen erfüllen, um diesen Titel führen zu dürfen.

Anlageberatung durch Finanzdienstleister

Wohlgemerkt: es geht nur um den Titel. Anlageberatung gegen Honorar darf der nach § 32 KWG zugelassene Finanzdienstleister auch ohne Einhaltung der strengeren Vorschriften erbringen. Nur darf er sich dann nicht „Honoraranlageberater“ nennen. Diese Berufsbezeichnung soll dem Kunden vermitteln: „Hier ist jemand, der keine Provision nimmt, der unabhängig ist, der mich für mein Honorar wirklich in meinem Sinn berät.“

HonoraranlageberatungsgesetzRegister und Information der Kunden

Ein „Honoraranlageberater“ muss in das entsprechende Register (§ 36c WpHG) eingetragen sein, in dem sich der Kunde informieren kann. Der Finanzdienstleister muss den Kunden rechtzeitig informieren, ob er ihm gegenüber als Honoraranlageberater tätig wird oder eine Provisionsbasierte Anlageberatung erbringt.

Marktüberblick über Finanzinstrumente

Der Honoraranlageberater muss einen hinreichenden Marktüberblick haben, d.h. seiner Beratung eine hinreichende Anzahl von möglichen Finanzinstrumenten zugrunde legen. Was darunter genau zu verstehen ist, hat der Gesetzgeber nicht weiter konkretisiert. Berät man nur zu wenigen Produkten, z.B. zu den selbst gemanagten Fonds, wird dies jedenfalls nicht genügen.

Ausschließlichkeit der Honoraranlageberatung

Ganz wichtig ist: Es geht nur eins – entweder Honoraranlageberatung oder Anlageberatung gegen Provisionen – sog. Ausschließlichkeit der Honoraranlageberatung. Ohne BaFin-Zulassung kann man also nur provisionsbasiert nach § 34f GewO oder als Honoraranlageberater nach § 34h GewO tätig sein.

Organisatorische, funktionale und personelle Trennung

Mit § 32 KWG-Zulassung könnte das Institut zwar Honoraranlageberatung und gleichzeitig weitere Finanzdienstleistungen – auch gegen Provision – erbringen. Es müsste aber die Honoraranlageberatung organisatorisch, funktional und personell komplett von den anderen Geschäftsbereichen trennen. Von der ständigen Überflutung der Kunden mit Informationen darüber, was nun was ist und in welchem Bereich man gerade für ihn tätig wird, mal ganz abgesehen.

Mehr Kundenvertrauen und Kundenzuwachs?

Im Endeffekt stellt sich die Frage, ob der Titel „Honoraranlageberater“ wirklich ein so hohes Maß an Vertrauen beim Kunden erzeugt, dass dies beim Finanzdienstleister zu lohnenswertem Kundenzuwachs führt. In Anbetracht des oben beschriebenen zusätzlichen Aufwands halten wir das für schwierig. Unserer Meinung nach wird der Finanzdienstleister seine Leistungen weiter so erbringen wie immer und auf den „Titel“ verzichten.

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